2014 China – Shanghai

Ermöglicht wurde die Weiterführung des Projekts in China durch eine erneute Förderung über das Auswärtige Amt in Berlin (Organisationspartner für Shanghai ist das Generalkonsulat Shanghai)

Durch unsere Arbeit in Peking, Wuhan, Kunming und Chengdu sind wir bereits mit einigen deutsch unterrichtenden Lehrern in Kontakt gekommen. Frau Meyer-Oehring (Koordinatorin für Deutsch, Shanghai – Zentralstelle für das Auslandsschulwesen des Bundesverwaltungsamtes – ZfA) hielt es für einen sinnvollen Zeitpunkt, sowohl unser Klima-Theater-Projekt, als auch die neue Unterrichtseinheit zum Thema Klima, im Rahmen der ZfA Jahrestagung, allen in gesamt China tätigen DeutschlehrerInnen vorzustellen.
Dazu regte sie einen zur gleichen Zeit stattfindenden und beispielgebenden Klimaworkshop an.
Diese Anregungen wurden von unserem zweiten Kooperationspartner, dem Deutschen Generalkonsulat Shanghai, in allen Teilen unterstützt.

Auf Frau Meyer-Oehrings Anfrage zum Klimaworkshop meldeten verschiedene Schulen in der Region ihr Interesse an. Sie entschied sich für die Cao Yang No 2 High School in Shanghai (eine DSD I Schule – Deutsch in Klasse 10-12).
Unsere dortige Ansprechpartnerin, Frau Huang Wei, übernahm die Koordination innerhalb der Schule und wählte die Schüler aus. Es nahmen 11 Schüler aus der 11 Klasse und 7 Schüler aus der 12 Klasse Teil. Die Deutschkenntnisse aller Schüler lagen deutlich über dem Niveau der Teilnehmer unserer bisher in China durchgeführten Workshops.
Dies schlug sich nicht nur bei der Inhaltstiefe der Diskussionen zum Thema Klima nieder, sondern auch beim Umfang der Geschichte, welche die Schüler umsetzen wollten.

Am 3.11 wurde das Theaterstück im großen Theatersaal der Cao Yang Schule aufgeführt. Neben 200 SchülerInnen kamen auch einige Eltern und Mitwirkende einer Veranstaltung mit dem DAAD und Vertretern verschiedener deutscher Hochschulen, die zuvor in der großen Sporthalle abgehalten wurde

Die Theatervorführung wurde, wie bei unseren Projekten üblich, in deutscher und chinesischer Sprache parallel gezeigt. Dies hat sich als sehr sinnvoll erwiesen, da auf diese Weise auch Eltern und deutsch Lerner des ersten Jahres dem Inhalt problemlos folgen können.
Der Erfolg der Präsentation wurde schon während der Darbietung aufgrund der Zuschauerreaktionen deutlich. Es wurde viel gelacht, aber an besonders eindringlichen Stellen auch mit erhöhter Konzentration zugehört. Im Anschluss zeigten sich Lehrer, Eltern und Schüler beeindruckt und Herr Schmidt vom Generalkonsulat Shanghai bedankte sich in einer herzlichen Rede persönlich bei den Teilnehmern.

Die Schüler selbst zeigten sich in der Abschlussrunde sehr bewegt von der Aufführung. Von vielen kam die Rückmeldung, dass sie diese Art des freien Arbeitens sehr geschätzt hätten und dabei sogar den hohen Druck hätten vergessen können, dem sie an der Schule permanent ausgesetzt sind.
Auch die Zweifel die sie zuvor an der zweisprachigen Aufführungsart geäußert hatten wurden durch die Rückmeldungen der Zuschauer ausgeräumt.

Zur Vorgehensweise

Die deutschen Texte, welche die Schüler für ihre Szenen vorschlagen, werden von uns überarbeitet und korrigiert, damit sie Bühnen tauglich und sprachlich richtig sind. Anschließend bekommen die Schüler die Aufgabe diese deutschen Text wiederum in gutes Chinesisch zu übersetzten. Dabei gibt es oft viel Gelächter, da eine „eins zu eins“ Übersetzung oft eher Unsinniges und dadurch Lustiges hervorbringt. Aber im Team und zum Teil mit Hilfe einer Lehrerin konnten die richtigen Worte gefunden werden.
Dieser Vorgang des hin und her Übersetzens macht das lernen der Sprache sehr lebendig und hebt sich für die SchülerInnen angenehm vom üblichen Frontalunterricht ab. Fast alle SchülerInnen erwähnten auch diesen Punkt positiv.

Weitere Eindrücke der Schüler erhielten wir, mit ein paar Tagen Abstand zum Projekt, durch die Antworten auf unsere schriftlichen Fragen. (PDF Dokument – Antworten der Schüler nach dem Projekt in Shanghai)

Die Aussagen der Schüler zu unseren Fragen lassen darauf schließen, dass sie das Projekt dahin gehend bestärkt und animiert hat über Klima- und Umweltfragen bewusster nach zu denken. Viele sehen wie sehr sich die Menschen mehr über Wirtschafts- und Geldfragen die Köpfe zerbrechen, als über einen besseren Umgang mit der Natur. Sie mahnen in ihren Antworten zu einem Umdenken.

ZfA Tagung – Klimahandreichung

Die von uns erstellte Unterrichtseinheit „Materialien zum Thema Klimawandel für den Fremdsprachenunterricht Deutsch“ unterstützt, ergänzt und erweitert die Arbeit zum Thema Klima im Bildungsbereich.

Erfahrungsgemäß sind viele Printmedien in Schulen im Einsatz und es macht oft nicht viel Sinn diese Medien im Gießkannenverfahren, ohne persönlichen Kontakt an die Schulen zu verteilen. Aus diesem Grund haben wie das Angebot genutzt, auf der Jahrestagung der ZfA unser Projekt und die Broschüre ausführlich vorzustellen und an die Lehrer weiter zu geben.
Jeder Lehrer der ZfA der die deutsche Sprache unterrichtet hat nun die Möglichkeit mit Hilfe dieser Handreichung selbst eine Einheit zum Thema Klima umzusetzen und kann dabei auf spielerische Elemente aus dem Theaterbereich zurück greifen.